Betriebsunterbrechung: So berechnen Sie Ihr Ausfallrisiko

Geschlossene Werkstatt – Symbolbild Betriebsunterbrechung und Ausfallrisiko

Wie hoch ist Ihr finanzielles Risiko bei einer Betriebsunterbrechung? Berechnen Sie es jetzt: Zum Betriebsausfall-Rechner.

Ein Brand in der Werkstatt, ein Wasserrohrbruch im Lager oder ein Cyberangriff auf die IT-Systeme – plötzlich steht der Betrieb still. Während Sachschäden über die Gebäude- oder Inhaltsversicherung abgedeckt sind, wird der eigentlich gefährlichere Folgeschaden oft vergessen: der Umsatzausfall. Gehälter, Miete und Leasingraten laufen weiter, aber die Einnahmen brechen weg. Für viele kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das die Insolvenz. Die Betriebsunterbrechungsversicherung (BU-Versicherung, nicht zu verwechseln mit der Berufsunfähigkeitsversicherung) schützt genau vor diesem Szenario. (Quelle: BaFin)

Was deckt die Betriebsunterbrechungsversicherung ab?

Die Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt den finanziellen Schaden, der entsteht, weil der Betrieb nach einem versicherten Sachschaden nicht oder nur eingeschränkt weiterarbeiten kann. Konkret umfasst die Leistung:

Voraussetzung: Die Betriebsunterbrechung muss durch einen versicherten Sachschaden ausgelöst werden. Welche Sachschäden versichert sind, hängt vom Vertrag ab – üblicherweise Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel und Einbruchdiebstahl. Elementargefahren und Maschinenbruch können zusätzlich eingeschlossen werden.

Haftzeit: Wie lange zahlt die Versicherung?

Die Haftzeit ist der maximale Zeitraum, für den die Versicherung Leistungen erbringt. Sie beginnt mit dem Eintritt des Sachschadens und endet spätestens nach der vereinbarten Haftzeit – auch wenn der Betrieb noch nicht vollständig wiederhergestellt ist. Übliche Haftzeiten:

Eine zu kurz gewählte Haftzeit ist einer der häufigsten Fehler. Bedenken Sie: Nach einem Großbrand dauert allein die Baugenehmigung oft 3 bis 6 Monate, der Wiederaufbau weitere 6 bis 12 Monate.

Typische Ursachen für Betriebsunterbrechungen

Die häufigsten Auslöser sind:

Berechnung der Versicherungssumme

Die Versicherungssumme sollte den gesamten finanziellen Schaden abdecken, der während der Haftzeit entstehen kann. Die Formel lautet:

Versicherungssumme = (Jahresumsatz − variable Kosten) × Haftzeit / 12 Monate

Oder vereinfacht: Versicherungssumme = Jahres-Rohertrag × Haftzeit / 12

Der Rohertrag umfasst den Betriebsgewinn plus alle fortlaufenden (fixen) Kosten. Variable Kosten (Materialkosten, Wareneinkauf) entfallen bei Betriebsstillstand und werden daher nicht versichert.

Praxisbeispiel: Handwerksbetrieb mit 500.000 EUR Jahresumsatz

Ein SHK-Betrieb (Sanitär, Heizung, Klima) mit 8 Mitarbeitern hat folgende Kennzahlen:

Bei einem Brand in der Werkstatt rechnet der Inhaber mit einer Wiederherstellungszeit von 3 Monaten. Er wählt eine Haftzeit von 6 Monaten (Sicherheitspuffer). Die Versicherungssumme berechnet sich wie folgt:

Während der 3 Monate Betriebsstillstand entstehen folgende Kosten:

Ohne Betriebsunterbrechungsversicherung müsste der Inhaber diese 80.000 EUR aus Ersparnissen oder einem Kredit finanzieren – zusätzlich zum Sachschaden an Werkstatt und Ausstattung. Die Prämie für eine BU-Versicherung mit 160.000 EUR Versicherungssumme liegt für diesen Betrieb bei etwa 500 bis 1.200 EUR pro Jahr.

Bedenken Sie auch, was passiert, wenn eine Schlüsselperson Ihres Unternehmens langfristig ausfällt – auch das kann zu einer existenzbedrohenden Betriebsunterbrechung führen.

Berechnen Sie Ihr individuelles Ausfallrisiko: Zum Betriebsausfall-Rechner.

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